Pressemitteilung

 

 

02. Juli 2011

 

925 Paar Kinderschuhe - Kundgebung gegen Abtreibung


Betroffene Frau: „Ich warne alle Mädchen und Frauen vor einer Abtreibung“ - Embryomodelle am Bodensee

 

IMMENSTAAD. Mit einer spektakulären Aktion in Immenstaad (Bodensee)
hat der Verein Durchblick e.V. heute Nachmittag auf das Tabuthema Abtreibung
aufmerksam gemacht: Bei einer Kundgebung stellten Helfer des Vereins
925 Paar Kinderschuhe auf. Dies entspricht der Zahl der durchschnittlich
jeden Monat in Baden-Württemberg vorgenommenen Abtreibungen.
Bei der Kundgebung kamen auch betroffene Frauen Wort. Ehrenamtliche
Helferinnen und Helfer des Vereins werden in den nächsten Tagen ca. 4.000
originalgetreue Embryomodelle an die Haushalte in Immenstaad verteilen.
Die originalgetreuen Kunststoffmodelle zeigen einen zehn Wochen alten
Embryo (in Deutschland darf nach staatlich anerkannter Beratung bis zur
12. Schwangerschaftswoche straffrei abgetrieben werden).


„Wir wollen niemanden anklagen, schon gar nicht Frauen, die sich in einer
Konfliktsituation für eine Abtreibung entschieden haben“, betonte Thomas
Schührer, der erste Vorsitzende des Durchblick e. V. auf der Kundgebung.
Aber eine sachliche Diskussion könne man nur führen, wenn man die Fakten
kenne. Schührer: „Deswegen machen wir auf die Tatsache aufmerksam,
dass bei jeder Abtreibung ein Mensch getötet wird.“ Durch eine umfassende
Aufklärung über den vorgeburtlichen Entwicklungsstand des Menschen
könnten die meisten Abtreibungen verhindert werden. „Wer das Modell erst
einmal in Händen hält, wird sich in dieser Hinsicht nie mehr täuschen lassen“,
so Thomas Schührer.


Bei der Kundgebung kam auch ein weiteres Tabuthema zur Sprache: Die
traumatischen körperlichen und seelischen Folgen, die eine Abtreibung für
Frauen haben kann. Zwei Frauen, die selbst eine Abtreibung erlitten haben
erzählten den erschütterten Zuhörern über ihre Erfahrungen.
Die Sängerin Claudia Wellbrock berichtete, wie sie als DDR-Bürgerin eine
Abtreibung hatte vornehmen lassen. Obwohl es in der DDR keine Lebensrechtsbewegung
gab und niemand sie darauf hingewiesen habe, dass das
ungeborene Kind ein Mensch sei, habe sie sofort nach dem Eingriff gemerkt,
dass sie einen schweren Fehler begangen hatte. „Ich fiel in tiefe Depressionen,
versuchte, mir das Leben zu nehmen und war ein Jahr lang in
stationärer psychiatrischer Behandlung“, sagte Wellbrock. Heute geht sie in
Schulen, um von ihren Erlebnissen zu berichten und vor einer Abreibung zu
warnen. Ihre traumatischen Erfahrungen hat sie in Lieder gekleidet. Einige
davon trug sie in Saarbrücken vor.


Auch Ursula Linsin-Heldrich hat ihr Kind abgetrieben. In der Folge wurde sie
alkoholkrank und ihre Ehe ging in die Brüche. „Ich warne alle Mädchen und
junge Frauen vor einer Abtreibung, an der ich selbst so sehr gelitten habe“,
sagte Ursula Linsin-Heldrich. Mittlerweile engagiert sie sich in der Selbsthil-
fegruppe „Rahel“ um betroffenen Frauen zu helfen, die oft allein gelassen
würden. Linsin-Heldrich beklagte, dass die möglichen Folgen einer Abtreibung
für die Frau weitgehend verschwiegen werden.


Alle Erfahrungsberichte lösten große Betroffenheit bei den Zuhörern aus.
Ähnliche Verteilaktionen hat der im badischen Östringen (bei Karlsruhe)
ansässige Verein schon mehrfach in Süddeutschland, Nordrhein-Westfalen
und dem Saarland durchgeführt. Dabei wurden in den letzten Jahren insgesamt
fast eine Million Embryomodelle verteilt. „Vier von fünf Personen,
die wir befragten, äußerten sich zustimmend oder neutral“, sagt Thomas
Schührer.


Die Verpackung der Modelle und der Informationsbroschüre erfolgte durch
ehrenamtliche Helfer. Die Kosten der Aktion bestreitet der Verein ausschließlich
durch Spenden. Auch die Kinderschuhe wurden von Familien
und Einzelpersonen gespendet. Sie sollen bei einigen zukünftigen Aktionen
dieser Art wieder zum Einsatz kommen und dann an Bedürftige abgegeben
werden, so Thomas Schührer.

 


Anmerkung: Fotos können in Kürze hier unter der Rubrik „Presse / Bilder“ heruntergeladen und in Zusammenhang mit einem Bericht honorarfrei verwendet werden. Copyright: „Durchblick e.V.“

 

 

 


 

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